Installation

Die DataBridge über den Azure Marketplace oder per Bicep in Azure einrichten.

Für die Installation gibt es zwei Wege:

WegWann geeignet
Azure MarketplaceRegelfall. Läuft vollständig im Azure Portal, keine lokale Software nötig.
Bicep / Azure CLIAutomatisierte oder wiederholbare Deployments, Integration in eine Pipeline.

Beide Wege legen dieselben Ressourcen an und sind gleichwertig im Ergebnis.


Weg 1 — Azure Marketplace (empfohlen)

1. Ressourcengruppe anlegen

Im Azure Portal eine neue Ressourcengruppe für die DataBridge-Instanz erstellen. Pro Umgebung (Test, Produktion) wird eine eigene Ressourcengruppe verwendet.

Ressourcengruppe anlegen

2. DataBridge aus dem Marketplace auswählen

In der Ressourcengruppe Erstellen wählen und im Marketplace nach der WYSA DataBridge suchen.

DataBridge im Marketplace auswählen

3. Region und Kurzname festlegen

FeldBedeutung
RegionAzure-Region, in der alle Ressourcen angelegt werden
Shortname for DataBridgeNamensbestandteil für alle Ressourcen dieser Instanz

Region und Kurzname

4. Produkteinstellungen

Unter Product Settings werden die fachlichen Einstellungen gruppiert:

BereichEinstellungen
Function SettingsGetChanges Timer Expression — Taktung des Quellabrufs (Vorgabe: alle 15 Sekunden)
TelemetrySampling-Override sowie die drei Sampling-Raten für Logs und Abhängigkeiten
AlertAlerts aktivieren, Benachrichtigungs-E-Mail und die vier Dead-Letter-Schwellwerte
PreviewSkipOutdatedMessages

Skipping und Alerts

Alle Telemetrie-Einstellungen können auf den Vorgabewerten bleiben und später jederzeit in den Umgebungsvariablen angepasst werden.

5. Service Bus

FeldVorgabeBedeutung
Maximum Delivery Count3Zustellversuche, bevor eine Nachricht in die Dead-Letter-Queue geht
Message Time To Live (TTL)P14DAufbewahrungszeit einer Nachricht (ISO 8601)
Lock DurationPT30SSperrdauer während der Verarbeitung

Service-Bus-Einstellungen

6. Storage Account

Storage Account

Als Speicherkonto-Typ steht ausschließlich StorageV2 zur Verfügung.

7. App Service Plan

FeldVorgabeBedeutung
Maximum Scale-Out Count12Obergrenze für parallele Instanzen
App Service Plan SKUConsumption (Y1)Alternativ Premium (EP1) bis Premium (EP3)

App Service Plan

Anschließend über Überprüfen und erstellen das Deployment starten.


Weg 2 — Bicep / Azure CLI

1. Bicep-Dateien bereitstellen

Die Bicep-Templates befinden sich im Repository unter bicep/. Klone das Repository oder lade die Dateien auf den Rechner, von dem aus die Installation durchgeführt wird.

2. Bei Azure anmelden

az login

Es öffnet sich ein Browser-Fenster. Melde dich mit dem Deployment-Anwendungsbenutzer oder dem Administrations-Benutzer an, der Contributor-Rechte auf der Ziel-Ressourcengruppe hat. Den Haken bei „Zugriffseinwilligung für alle Benutzer" nicht setzen.

3. Abonnement prüfen

az account show

Vergleiche die angezeigte Abonnement-ID mit der ID im Azure Portal. Falls mehrere Abonnements vorhanden sind, das richtige setzen:

az account set --subscription "<Abonnement-ID>"

4. Ressourcen deployen

az deployment group create --template-file ./bicep/main.bicep --resource-group <Name-der-Ressourcengruppe> --parameters name=<instanzname> -c

Das Flag -c zeigt eine Vorschau der Änderungen an. Mit Y oder J bestätigen.

Bicep-Parameter im Überblick

Infrastruktur:

ParameterStandardwertBeschreibung
namecustomername-databridgeNamensbestandteil für alle Ressourcen. Immer überschreiben.
locationRegion der RessourcengruppeZielregion für alle Ressourcen
storageKindStorageV2Speicherkonto-Typ (einziger erlaubter Wert)
appServiceSkuY1Y1 (Consumption) oder EP1–EP3 (Premium)
functionScaleLimit12Obergrenze für parallele Instanzen
maxDeliveryCount3Zustellversuche pro Nachricht (1–100)
defaultMessageTimeToLiveP14DAufbewahrungszeit für Nachrichten (ISO 8601)
lockDurationPT30SSperrdauer während der Verarbeitung (ISO 8601)
tagsByResource(leer)Tags je Ressourcentyp

Laufzeit und Telemetrie:

ParameterStandardwertBeschreibung
getChangesTimerExpression*/15 * * * * *Taktung des Quellabrufs
skipOutdatedMessagesfalseNachrichten mit älterem Quell-Zeitstempel überspringen
telemetryControlTRACE_SAMPLETRACE_SAMPLE, TRACE_ALL oder TRACE_NONE
telemetryInfoSampleRate20Anteil der Information-Einträge bei erfolgreichen Läufen (%)
telemetryDependencySampleRate10Anteil erfolgreicher, schneller Abhängigkeits-Aufrufe (%)
telemetryDependencySlowMs2000Schwellwert für „langsam" in Millisekunden

Alerts:

ParameterStandardwertBeschreibung
enableAlertsfalseAlerts für Dead-Letter-Queue und Queue-Länge anlegen
notificationEmail(leer)Empfänger der Alert-Benachrichtigungen. Nur bei enableAlerts = true erforderlich.
dlqLowThreshold1Schwellwert Severity „Informational"
dlqMediumThreshold50Schwellwert Severity „Warning"
dlqHighThreshold200Schwellwert Severity „Error"
dlqCriticalThreshold500Schwellwert Severity „Critical"

Was angelegt wird

Nach erfolgreichem Deployment existieren in der Ressourcengruppe:

RessourceNameDetails
Function Appfunc-<name>Windows, .NET 10 Isolated Worker, Functions v4, FTPS-only
App Service Planasp-<name>Y1 (Consumption) oder EP1–EP3 (Premium)
Storage Accountst<name>StorageV2, Standard_LRS, TLS 1.2
Service Bus Namespacesb<name>SKU Basic, mit allen sieben Queues
Application Insightsappi-<name>90 Tage Aufbewahrung
Grafana-Dashboarddash-<name>Wird immer mit angelegt, kein Opt-out
Alerts + Action Groupag-<name>Nur bei enableAlerts = true

Service-Bus-Queues: sbqexport · sbqhighexport · sbqlowexport · sbqignored · sbqtransitivehigh · sbqtransitivestandart · sbqtransitivelow

Table-Storage-Tabellen: connections, jobs, mappings, watermark — sie werden vom Deployment leer angelegt.


Phase 2 — Function App befüllen

Beim Marketplace-Weg entfällt dieser Schritt in der Regel; das Paket wird mit ausgeliefert. Beim Bicep-Weg wird der Anwendungscode separat eingespielt.

Option A: Container-Image

Wird die DataBridge containerisiert betrieben, verweist die Function App auf das bereitgestellte Image:

acrwysatest.azurecr.io/containered-connector:v2.2.0

Option B: Zip-Upload per Azure Portal

  1. Im Azure Portal die Function App öffnen
  2. Entwicklungstools → Erweiterte Tools (Kudu) öffnen
  3. In Kudu: Tools → Zip Push Deploy
  4. Die bereitgestellte .zip-Datei per Drag & Drop hochladen
  5. Nach dem Upload startet die Function App automatisch neu

Option C: Deployment-Pipeline

Das Deployment kann über eine CI/CD-Pipeline automatisiert werden. WYSA stellt hierfür Azure-Pipeline-Definitionen zur Verfügung (cicd/-Verzeichnis). Alternativ kann eine eigene Azure-DevOps- oder GitHub-Actions-Pipeline verwendet werden.


Nach der Installation: Konfigurationstabellen befüllen

Nach dem Deployment laufen die Azure Functions — aber noch ohne Konfiguration. Die vier Table-Storage-Tabellen existieren, sind aber leer:

ReihenfolgeTabelleInhalt
1connectionsZugangsdaten für alle Quell- und Zielsysteme
2mappingsFeld-Mappings zwischen Quell- und Zieltabellen
3jobsSynchronisations-Jobs (welche Tabelle, welche Richtung, welcher Schedule)
4watermarkWird zur Laufzeit automatisch befüllt — kein manueller Eintrag nötig

Die Tabellen können über den Azure Storage Explorer oder direkt im Azure Portal (Storage Account → Tables) bearbeitet werden.

Details zu den Tabellen und den erwarteten Feldern sind im Kapitel Konfiguration beschrieben.


Umgebungsvariablen prüfen

Alle Verbindungs-Strings sowie der Timer-Ausdruck und die Telemetrie-Einstellungen werden vom Deployment gesetzt. Nachträglich anzupassen sind sie nur, wenn vom Vorgabewert abgewichen werden soll.

Eine vollständige Übersicht findet sich auf der Seite Umgebungsvariablen.


Installation prüfen

Sobald Konfigurationstabellen und Umgebungsvariablen gesetzt sind, kann die Installation geprüft werden:

GET https://func-<name>.azurewebsites.net/api/GetInfo?code=<Function-Key>

Eine erfolgreiche Antwort sieht so aus:

{
  "Version": "2.1.2026.802"
}

Alternativ: Im Azure Portal → Function App → Funktionen → GetInfo → Testen/Ausführen — dort wird der Schlüssel automatisch mitgegeben.

Für eine inhaltliche Prüfung der Konfiguration stehen zusätzlich die Diagnose-Funktionen Validate (prüft die hinterlegte Konfiguration) und CheckList (gleicht Mappings gegen die Attribute der beteiligten Systeme ab) zur Verfügung.