Monitoring & Alerts

Azure Alert Rules und Action Groups für die automatische Überwachung der DataBridge.

Ein funktionierendes Monitoring erkennt Probleme, bevor sie auffallen. Die DataBridge kann über Azure Monitor Alert Rules so konfiguriert werden, dass bei Fehlern, Queue-Staus oder Dead-Letter-Einträgen automatisch Benachrichtigungen ausgelöst werden.


Aufbau des Alert-Systems

Das Azure-Alert-System besteht aus zwei Komponenten:

Alert Rule                    Action Group
──────────────────            ──────────────────────────
Bedingung definieren    →     Wer wird benachrichtigt?
Scope: Ressource              E-Mail, SMS, Webhook, Azure Role
Condition: KQL / Metric
Schwellwert festlegen

Empfohlene Reihenfolge:

  1. Zuerst die Action Group anlegen (Empfänger)
  2. Dann die Alert Rules darauf zeigen lassen

Action Group anlegen

Azure Portal → Monitor → Warnungen → Action Groups → Erstellen

EinstellungEmpfehlung
Namez. B. databridge-ops-team
Anzeigenamekurz (max. 12 Zeichen), erscheint in Alert-E-Mails
AktionstypE-Mail/SMS/Push/Voice oder Azure-Rolle (z. B. alle „Contributor")

Mitgeliefertes Dashboard

Unabhängig von Alerts liefert jede Installation ein vorkonfiguriertes Grafana-Dashboard mit — es zeigt Erfolgsraten je Funktion, Queue-Stände (aktive und Dead-Letter-Nachrichten, siehe unten) über alle drei Prioritäts-Queues, Laufzeiten, Ausführungen und erkannte Änderungen je Job sowie Exceptions. Es lässt sich zusätzlich nach Job und Zeitraster filtern. Es wird automatisch angelegt und erfordert keine Einrichtung.


Vorkonfigurierte Alerts (per Bicep)

Das Deployment kann Alert Rules für die Dead-Letter-Queue und die Queue-Länge mit anlegen. Sie sind standardmäßig deaktiviert:

Das Deployment erzeugt dabei auch die zugehörige Action Group (ag-<name>, Kurzname DLQAlert) — eine handangelegte Gruppe ist dafür nicht nötig.

TriggerStandard-SchwellwertParameterPrüfintervallSeverity
DLQ ≥ 11 NachrichtdlqLowThreshold5 Minuten3 — Informational
DLQ > 5050 NachrichtendlqMediumThreshold15 Minuten2 — Warning
DLQ > 200200 NachrichtendlqHighThreshold30 Minuten1 — Error
DLQ > 500500 NachrichtendlqCriticalThreshold5 Minuten0 — Critical
Queue-Länge > 300.000300.000 Nachrichten—15 Minuten2 — Warning

Ausgewertet werden die Service-Bus-Metriken DeadletteredMessages bzw. ActiveMessages über die Dimension EntityName = *, also je Queue einzeln. Alle Schwellwerte sind beim Deployment als Parameter überschreibbar.


Eigene Alert Rule anlegen

Azure Portal → Monitor → Warnungen → Warnungsregel erstellen

Beispiel: Fehler in GetChanges-Funktion

Scope: Application Insights-Ressource der DataBridge

Condition: Custom log search (KQL)

requests
| where operation_Name == "GetChanges"
| where success == false
| summarize FailedCalls = count() by bin(timestamp, 1h)

Alert-Logik:

EinstellungWert
MessgrößeFailedCalls
AggregationstypMaximum
Granularität1 Stunde
OperatorGrößer oder gleich
Schwellwert1 (sofort bei erstem Fehler) oder 5 (bei mehreren Fehlern)
Prüfhäufigkeit1 Stunde

Action Group: hier die zuvor angelegte Gruppe auswählen.


Empfohlene Alert Rules

RuleScopeBedingungSchwellwertPriorität
DLQ-Nachrichten vorhandenService BusDLQ Count > 01🔴 Kritisch
Fehler in GetChangesApp InsightsFehlgeschlagene Requests1/h🔴 Kritisch
GetChanges arbeitet nicht mehrApp InsightsAusführungen pro Stunde kleiner als 11🔴 Kritisch
Fehler in ProcessStandardQueueItemsApp InsightsFehlgeschlagene Requests5/h🟡 Warnung
Queue wächst unkontrolliertService BusQueue Length10.000🟡 Warnung
Hohe LaufzeitApp InsightsP95 > 30.000 ms30 Sekunden🔵 Info

Der Schwellwert für die Queue-Länge ist hier bewusst strenger gewählt als der Deployment-Standard (300.000) — er schlägt an, lange bevor sich ein Rückstau aufbaut.


Budget-Überwachung (empfohlen)

Zusätzlich zum operativen Monitoring empfiehlt sich eine Budget-Warnung auf Abonnement-Ebene:

Azure Portal → Cost Management → Budgets → Erstellen

  • Budget für die Ressourcengruppe der DataBridge festlegen
  • Alert bei 80 % und 100 % des Budgets
  • Empfänger: gleiche Action Group wie operative Alerts

So werden unerwartete Kostensteigerungen (z. B. durch Queue-Stau und erhöhte Service Bus-Operationen) frühzeitig erkannt.